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Historische zu Großbuch von Karlheinz Herfurth

Großbuch war, im Gegensatz zu Otterwisch, ein Bauerndorf im Amt Colditz.
Entstanden ist es um 1100, damals holte Wiprecht von Groitzsch fränkische Siedler aus Franken in unser Gebiet.
Nach dem Erlöschen der Groitzscher Linie kam Buch ins Reich unter Kaiser Friedrich, dem Rotbart.
Der Markgraf Friedrich von Landsberg verschenkt es 1285 an das Kloster in Weißenfels.
Durch weitere Schenkungen verschiedener Adliger gelangte Grossen Buch in der Mitte des 14. Jahrh. in den Besitz des
Nonnenklosters in Nimbschen. Der junge Pfarrer Franz Klotz war einer der Ersten in der Umgebung, welcher
die Reformation in Großbuch einführte.
Nach der Auflösung des Klosters in Nimbschen kam Grossen Buch den Besitz des Kurfürsten Johann Friedrich.
Bald danach verkaufte dieser es mit noch anderen Orten an Hans von Ponikau auf Pomßen.

Von 1550 liegen uns Aufzeichnungen mit den Namen der Besitzer und deren Abgaben und Fronleistungen an das Kammergut
in Lauterbach vor. Damals gab es in Großbuch 1 Freimann Lehngut, 12 Pferdner und 15 Hintersässer.
Im Colditzer Erbamtsbuche von 1620 steht zu lesen: Grossenbuch mit der Wüstung Schalben * gehört zu den unvermengten
Dorfschaften (keine Gutsherrschaft) und gehört mit den Gerichten dem Amt Colditz an.
Es gibt 30 bebaute Hofstätten: 1 Freimann Lehngut, 12 Pferdner, 15 Hintersässer und 2 Gärtner.
Am westlichen Ende des Dorfes hatten sich 2 Gärtner angesiedelt.
Im Lexikon von August Schumann von 1816 lesen wir: Großen Buch hat 33 Häuser, eine Pfarrkirche mit der Filiale Bernbruch
und eine Schule unter der Inspektion von Colditz, 226 Einwohnern, 25 Pferde und 150 Kühe.
Anfang des 19. Jahrh. werden die Frondienste abgelöst und die Gemeindeordnung eingeführt. Handwerker siedeln sich an.

Jetzt können die Bauern frei wirtschaften. Die Erfolge lassen sich an den Gebäuden der 30 Güter erkennen.

Im Zuge der Gemeinheitsteilung um 1850 werden der Dorfanger und die Triften an die Landbesitzer vergeben.
Die wirtschaftliche Blüte nach der Gründung des deutschen Reiches, der Gründerzeit, ist auch in Großbuch an den
entstandenen Gebäuden ersichtlich. Kriege und Wirtschaftskrisen hat der Ort ohne große Veränderungen überstanden.

Die Einwohnerzahl verdoppelte sich in den Nachkriegsjahren 1945 – 46 kurzzeitig. In der DDR hatte die CDU in Großbuch
das Bürgermeister Mandat. Die erste LPG gründete sich 1953 und 1960 waren alle Bauern einer LPG beigetreten.
Die Großbucher LPGs vereinigten sich 1969 mit der LPG Pionier Otterwisch.
Ein Jahr später schloss sich Großbuch der Gemeinde Otterwisch an.
Heute ist Großbuch eine ruhige Wohnsiedlung. Die Felder sind an auswärtige Betriebe verpachtet.
Die Einwohnerzahl hat sich über 200 gehalten.
Die freiwillige Feuerwehr und der Dorf – und Kinderfestverein unterstützen die aktive Dorfgemeinschaft.

* Die Wüstung Schalben war eine altdeutsche Siedlung westlich von Großbuch,
   deren Fluren wurden der Gemarkung Großbuch zugeschlagen.

Luftbild Großbuch
Luftbild von Großbuch    

Johanniskirche Großbuch
Johanniskirche

Wer mehr über Großbuch erfahren möchte, der melde sich bei Karlheinz Herfurth in Großbuch, Telefon 034345 / 91387
zu einer Führung mit dem Ortschronisten in der historischen Ausstellung im Turm der Johanniskirche an.